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Double Feature

FILMREIHE 2019

DOUBLE FEATURE

Seit nunmehr sechs Jahren bietet die SCHIRN ein Forum fĂŒr nationale und internationale Film- und VideokĂŒnstler*innen. Im GesprĂ€ch mit den SCHIRN Kurator*innen geben internationale KĂŒnstler*innen tieferen Einblick in ihre Arbeit und insbesondere in ihr filmisches Interesse. DOUBLE FEATURE versteht sich als Plattform fĂŒr ganz unterschiedliche Tendenzen und Ausdrucksformen der kĂŒnstlerischen Filmproduktion sowie der GegenĂŒberstellung bekannter und weniger bekannter Positionen. Im Jahr 2019 erwarten das Publikum u. a. BeitrĂ€ge von Mikhail Kari­kis, Pedro Bara­teiro und Mario Pfei­fer. KĂŒnstlerinterviews gibt es außerdem auf dem Youtube-Kanal der SCHIRN.

Double Feature versteht sich als Plattform fĂŒr ganz unterschiedliche Tendenzen und Ausdrucksformen der kĂŒnstlerischen Filmproduktion sowie der GegenĂŒberstellung bekannter und weniger bekannter Positionen.

PRODUCTION STILL AUS “AIN’T GOT NO FEAR”, 2016 © MIKHAIL KARIKIS. COURTESY THE ARTIST

MIKHAIL KARIKIS

Kann Sound sozio-politischen und physischen Wandel beeinflussen? Der griechisch-englische KĂŒnstler Mikhail Karikis erforscht die Rolle von Klang und menschlicher Stimme bei der Ausbildung von Gemeinschaftssinn.
Karikis’ medienĂŒbergreifende Installationen basieren auf langzeitigen Kollaborationen mit Kindern und Jugendlichen. Formen von Gemeinschaft und die TrĂ€ume der kommenden Generation stehen in seinen Werken im Mittelpunkt.

FILMSTILL AUS VIDEOARBEIT. "THE OPENING MONOLOGUE"©PEDRO BARATEIRO AND NETWERK AALST, 2018

PEDRO BARATEIRO

Sprache, Technologie, Information, Distribution – Pedro Barateiro nimmt mit seinen Filmen, Skulpturen, Performances und Installationen die Mechanismen und Strukturen postkapitalistischer Gesellschaften in den Blick, die sich in Vorstellungen, Gedanken und den Alltag einschreiben. Ausgehend von Motiven der Popkultur, historischen Fakten, literarischen und theoretischen Texten sowie anderen Materialien untersucht der KĂŒnstler, wie konstruierte Narrative unsere RealitĂ€t beeinflussen und manipulieren.

FILMSTILL AUS VIDEOARBEIT. "CORPO FECHADO", 2016 © MARIO PFEIFER

MARIO PFEIFER

Mit einem kultur­an­thro­po­lo­gi­schen Blick erkun­den Mario Pfei­fers Video­ar­bei­ten die Verflech­tun­gen von Iden­ti­tÀt und Kultur mit den sozio­öko­no­mi­schen und -poli­ti­schen Struk­tu­ren verschie­dens­ter Gesell­schaf­ten, hÀufig ausge­hend von einer Zusam­men­ar­beit mit loka­len Prot­ago­nist/innen. Dabei hinter­fra­gen Pfei­fers Arbei­ten, die zwischen doku­men­ta­ri­schem Ansatz und Àsthe­ti­scher Insze­nie­rung balan­cie­ren, zugleich die ihnen zugrun­de­lie­gen­den Konven­tio­nen visu­el­ler, filmischer ReprÀ­sen­ta­tion.

FILMSTILL AUS VIDEOARBEIT. "L'OBSTRUCTION", 2017 © LIV SCHULMAN

LIV SCHULMAN

Wort­schwalle zur Kunst, zur libe­ra­len Markt­wirt­schaft, zur Marxi­mus­kri­tik oder zur Psycho­the­ra­pie spru­deln aus den mono­lo­gi­sie­ren­den Prot­ago­nis­ten in den Filmen, Perfor­man­ces und Roma­nen der argen­ti­ni­schen KĂŒnst­le­rin Liv Schul­man (1985). Die Bedeu­tung des Gesag­ten verliert sich in Phra­sen, wird entfrem­det und mĂŒndet letzt­end­lich in der ausweg­lo­sen Suche nach Sinn.

ALEKSANDAR RADAN

Die Filmarbeiten von Aleksandar Radan basieren auf Modifikationen von vorgefundenen Computerspielen, die als modding bezeichnet werden. Radans Fokus richtet sich auf Avatare, die er in Computerspielen findet und modifiziert und mit zusĂ€tzlichem found-footage kombiniert. Der in Offenbach geborene KĂŒnstler zeigt seinen Film "This water gives back no image", mit dem er 2018 auf dem internationalen Filmfest Lago den Preis fĂŒr den besten Experimentalfilm gewann. 

This water gives back no image, 2017 © Aleksandar Radan. Courtesy the artist
The Coquette, 2018 © Rosa Aiello. Courtesy the artist

ROSA AIELLO

Literatur und die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten von Narration spielen eine wesentliche Rolle in Rosa Aiellos Arbeiten, die sich zwischen Fotografie, Film und Performance bewegen. Ausgehend von Patricia Highsmiths ErzĂ€hlungen "Little Tales of Misogyny" entwickelt Aiello eine Serie von Fotografien und den Film "The Coquette". In diesem zeigt die KĂŒnstlerin stereotypische Frauenfiguren und MachtverhĂ€ltnisse zwischen den Geschlechtern auf und fokussiert dabei die Bedeutung von Sprache.

GERARD BYRNE

Gerard Byrne untersucht die Konstruktion von Bildern, deren Vermittlung und wie kollektive Momente geschaffen werden. Seine Arbeiten basieren hĂ€ufig auf Fotomaterial aus Magazinen der 60er bis 80er Jahre, die sich in seinen filmischen und fotografischen Umsetzungen einer anderen Gegenwart behaupten. Byrnes Film "In Our Time" (2017), der bei den Skulpturen Projekten in MĂŒnster zu sehen war, spielt trotz aktuellster Filmtechnik offensichtlich nicht in unserer Zeit.

In our time, 2017 © Gerard Byrne. Courtesy the artist and lisson gallery
Transformation Scenario, 2018 © Clemens von Wedemeyer. Courtesy KOW, Berlin & Galerie Jocelyn Wolff, Paris

CLEMENS VON WEDEMEYER

In seiner Filmarbeit "Transformation Scenario" (2018) geht Clemens von Wedemeyer der Frage nach, inwieweit das von computererzeugten Algorithmen simulierte Leben unsere Wahrnehmung von Menschenmassen, aber auch unsere Gesellschaft beeinflussen könnte. Parallel laufende Sequenzen realer und fiktiver Bilder bilden in Kombination mit virtuellen Szene einer "Crowd-Control-Software" eine ErzÀhlung, in der das simulierte Leben zum Idealbild wird.

DAMIR OČKO

In Damir Očkos Arbeiten „Dicta I“ und „Dicta II“ steht die KomplexitĂ€t von Sprache im Mittelpunkt. „Dicta I“ basiert auf Bertolt Brechts autobiografischem Werk „5 Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“, das er wĂ€hrend seiner Flucht vor dem Naziregime verfasste. „Dicta II“ ist um eine Reihe von „safewords“ konstruiert – Begriffe, die den sofortigen Abbruch sexueller Praktiken garantieren sollen.

Dicta I, 2017 © Damir Očko. Courtesy the Artist
Constructed Futures: Haret Hreik, 2017 © Sandra SchÀfer, Courtesy VG Bild-Kunst

SANDRA SCHÄFER

Ausgehend von Recherchen vor Ort, zeigt Sandra SchĂ€fer in „Constructed Futures: Haret Hreik“ das VerhĂ€ltnis von Erinnerung und Wiederaufbau im Beiruter Stadtviertel Haret Hreik, das 2006 durch israelische Luftangriffe zerstört und in der Folge von der Hisbollah rasch wiederaufgebaut wurde. Dieses Wiederaufbauprojekt ist Teil eines kriegerischen Konflikts und geopolitischen GefĂŒges, in dem Architektur an der Herstellung von Raum, Landschaft und Erinnerung beteiligt ist.

SHEN XIN

Sensibel und sinnlich nĂ€hert sich Shen Xins Film "Warm Spell" an den ökonomischen, ökologischen und kulturellen Wandel an, den die thailĂ€ndische Insel Ko Yao Yai zurzeit erlebt. DĂŒrreperioden und Überschwemmungen, Investoren und Gastarbeiter, Touristen aus Europa und Asien verĂ€ndern das Leben vor Ort. Von dokumentarischem Material ausgehend, spinnt Shen Xin eine trĂ€umerisch-surreale Geschichte um eine geisterhafte PrĂ€senz auf der Insel, die die Erfahrungen lokaler Protagonisten mit intimen, persönlichen EindrĂŒcken einer Reise verbindet.

FILM STILL AUS “WARM SPELL”, 2018 © SHEN XIN. COURTESY THE ARTIST, CFCCA MANCHESTER, UNIVERSITY OF SALFORD, MIDDLESBROUGH INSTITUTE OF MODERN ART
FILM STILL AUS „STUDY #1“, 2019 © HANNAH PERRY. COURTESY THE ARTIST, CINEMATOGRAPHY: MIKHAIL GALUSTOV, EDIT: OTTO BURNHAM

HANNAH PERRY

„Could I have said one small thing to make you happy?” Hannah Perry verarbeitet in Ihrer Arbeit „Gush“ den plötzlichen Verlust ihres Freundes. Sie geht der Frage nach, wie GefĂŒhle, Erinnerungen und Traumata in einer posthumanen Gesellschaft ĂŒberhaupt reflektiert werden. Dabei entwickelt sie von ihren persönlichen Erfahrungen ausgehend, ein breites Netz an Referenzen und zeigt dabei soziokulturelle Parameter auf.